Auf dem Flug nach Angola hat Papst Leo XIV. Kamerun für den außergewöhnlichen Empfang gewürdigt und zugleich klargestellt, dass er kein Interesse an einer öffentlichen Auseinandersetzung mit Donald Trump habe. Seine Reden seien lange vor den Äußerungen aus Washington vorbereitet worden, betonte er, und dürften nicht als Reaktion missverstanden werden. Im Mittelpunkt seiner Reise stünden vielmehr Frieden, interreligiöser Dialog und die Stärkung der Kirche in Afrika.
Papst zu Trump-Debatte: Friedensbotschaft statt politischer Diskussion
Papst Leo XIV. hatte bereits vor rund einer Woche die „sinnlose und unmenschliche Gewalt“ im Nahen und Mittleren Osten scharf verurteilt und betont, Christen dürften „nicht an der Seite jener stehen, die heute Bomben abwerfen“. Vor Gläubigen im Petersdom fand er klare Worte und mahnte: „Genug des Krieges!“
Die Reaktion aus Washington ließ nicht lange auf sich warten. Donald Trump kritisierte den Vatikan scharf und sprach von einer „schrecklichen“ Außenpolitik. Auf dem Flug nach Angola erklärte der Papst mit Blick auf die aufgekommene Debatte: „Es hat sich eine gewisse Darstellung verbreitet, die nicht ganz zutreffend ist.“ Er habe sich bereits zu Beginn seiner Afrikareise, auf dem Flug nach Algerien, zu den Vorwürfen geäußert und die Angelegenheit damit für beendet erklärt. Während aus den USA – auch von Vizepräsident JD Vance – weiterhin Kritik kam, habe er selbst kein Interesse an einer fortgesetzten Auseinandersetzung gehabt.
„Ein Großteil dessen, was seitdem geschrieben wurde, ist nichts anderes als ein Kommentar über einen Kommentar“, sagte der Papst. Viele Interpretationen hätten seinen ursprünglichen Aussagen eine politische Stoßrichtung zugeschrieben, die so nicht beabsichtigt gewesen sei. Als Beispiel verwies Papst Leo XIV. auf seine Ansprache beim Friedensgebet am 16. April. Diese sei „zwei Wochen zuvor vorbereitet worden“, also lange bevor Donald Trump sich öffentlich zu ihm geäußert habe. Dennoch sei die Rede vielfach als indirekte Replik auf Washington gedeutet worden. Dieser Eindruck sei falsch, stellte der Papst klar: Es liege „keineswegs in meinem Interesse“, eine erneute Debatte mit dem US-Präsidenten zu führen.
Frieden stiften und Evangelium verkünden
Wie schon zu Beginn seiner Reise betonte Papst Leo XIV. erneut den pastoralen Charakter seines Afrika-Besuchs. Er komme „vor allem als Hirte“ auf den Kontinent, um mit den Gläubigen zu feiern, sie zu stärken und zu begleiten, erklärte er. Zugleich hob der Papst die Bedeutung des interreligiösen Dialogs hervor. Besonders verwies er auf ein „ausgezeichnetes Treffen“ mit Imamen in der Nuntiatur von Yaoundé. Es gelte, „weiterhin den Dialog“ sowie Werte wie Geschwisterlichkeit, Verständnis und Akzeptanz zwischen den Religionen zu fördern – ganz im Sinne seines Vorgängers Papst Franziskus.
Bei seinem Grußwort an die mitreisenden Journalisten sprach Papst Leo XIV. auch ein sensibles Thema an: die „ungleiche Verteilung des Reichtums“, die in vielen Teilen Afrikas spürbar sei. Gerade Kamerun bezeichnete er als ein Land „voller Möglichkeiten, aber auch voller Herausforderungen“. Mit Blick auf die nächste Station seiner Reise richtete der Papst den Fokus nach vorn. In Angola solle der eingeschlagene Weg fortgesetzt werden. „Lasst uns weiterhin die Botschaft des Evangeliums verkünden“, rief er und unterstrich die Bedeutung des christlichen Glaubens im Alltag. Christsein bedeute, „Christus nachzufolgen“, Brüderlichkeit zu fördern, auf Gott zu vertrauen und sich zugleich aktiv für mehr Gerechtigkeit und Frieden in der Welt einzusetzen.
