StartVaticanPapst betont bei Regina Caeli Inklusivität von Gottes Reich: „Platz für alle,...

Papst betont bei Regina Caeli Inklusivität von Gottes Reich: „Platz für alle, ohne Privilegien“

Beim Regina Caeli hob der Papst am Sonntag die universelle Zugänglichkeit von Gottes Reich hervor und setzte ein deutliches Zeichen gegen Machtstreben und Exklusivität. Ausgehend von Jesu Worten beim Letzten Abendmahl betonte er, dass im „Haus des Vaters“ jeder Mensch einen Platz habe – unabhängig von Status oder Leistung. Statt Konkurrenz und Ausgrenzung rief er zu Dankbarkeit, Geschwisterlichkeit und einer Liebe auf, die allen gilt und bereits jetzt den „Himmel auf Erden“ sichtbar machen könne.

„Platz für alle“ in Gottes Reich

Beim Mittagsgebet griff der Papst in seiner Katechese zentrale Worte Jesu aus dem Letzten Abendmahl auf. Darin verspreche Christus seinen Jüngern, ihnen einen Platz zu bereiten und sie zu sich zu holen, damit sie dort seien, wo er ist (vgl. Joh 14,3). Dieses Bild deutete der Papst als Ausdruck eines dienenden Gottes: Jesus selbst trete als „Diener“ auf, der im Haus des Vaters Raum für alle schaffe.

Dieses „Haus“ sei ein Ort ohne Privilegien, an dem jeder Mensch willkommen sei. Der Papst stellte dem die Logik der gegenwärtigen Welt gegenüber, in der exklusive Angebote und privilegierter Zugang eine besondere Anziehungskraft hätten. In der Wirklichkeit hingegen, in die der Auferstandene führe, gelte ein anderes Prinzip: Entscheidend sei das, was allen offensteht – ohne Ausnahmen und ohne Bevorzugung Einzelner.

Glaube als Gegenentwurf zu Konkurrenz und Leistungsdenken

Die Offenheit des von Gott verheißenen „Ortes“ mindere dessen Anziehungskraft keineswegs, betonte der Papst, sondern steigere sie vielmehr. Was allen zugänglich sei, stifte Freude und komme jedem zugute. In dieser neuen Wirklichkeit werde „Dankbarkeit an die Stelle von Konkurrenz“ treten, während Annahme die Ausgrenzung überwinde und Überfluss nicht länger mit Ungleichheit einhergehe. Zugleich unterstrich er die unverlierbare Würde jedes Einzelnen: „Niemand wird verwechselt, keiner ist verloren.“ Selbst angesichts des Todes, der Namen und Erinnerung auszulöschen drohe, bleibe die Identität des Menschen in Gott bewahrt. Der Papst deutete dies als Ausdruck eines tiefen menschlichen Sehnens nach Anerkennung und Zugehörigkeit – ein Ziel, für das viele im Leben große Opfer in Kauf nähmen.

Der Glaube eröffne hier einen anderen Weg. Er „befreit unser Herz von dem rastlosen Streben nach Besitz und Erfolg“ und von der Vorstellung, gesellschaftliches Ansehen bestimme den eigenen Wert. Stattdessen habe jeder Mensch „in Gottes Geheimnis […] bereits unendlichen Wert“. Dieses Bewusstsein wachse dort, wo Menschen einander so begegneten, „wie Jesus uns geliebt hat“. Darin liege auch der Kern des „neuen Gebots“, so der Papst: Schon im Hier und Jetzt könne ein Vorgeschmack des „Himmels auf Erden“ entstehen, wenn Geschwisterlichkeit und Frieden gelebt und sichtbar gemacht würden. In der Liebe entdecke jeder Mensch schließlich seine Einzigartigkeit – mitten unter vielen.

VERWANDTE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

- Advertisment -

Beliebteste

GodMag

Kostenfrei
Ansehen