Niko Kovač, Trainer von Borussia Dortmund, hat in einem Interview im „Phrasenmäher“-Podcast der Bild-Zeitung Einblicke in seinen katholischen Glauben gegeben und dabei betont, wie stark dieser seinen Alltag prägt. Der 53-Jährige schilderte, dass er regelmäßig sonntags die Messe besucht, zur Beichte geht und auch im familiären Rahmen religiöse Rituale wie das gemeinsame Gebet vor dem Essen pflegt. Kovač hob insbesondere Werte wie Dankbarkeit, Nächstenliebe und Selbstreflexion hervor. Fehler im Umgang mit anderen Menschen gehörten für ihn zum Leben dazu, entscheidend sei jedoch der bewusste Umgang damit. Der Glaube gebe ihm Halt, Orientierung und die Überzeugung, dass es eine höhere Bestimmung sowie ein Leben nach dem Tod gebe.
Kovač: „Ich glaube fest daran, dass es den lieben Gott gibt“
Niko Kovač, Trainer von Borussia Dortmund, gab im Fußball-Podcast „Phrasenmäher“ einen Einblick in seinen Alltag und betonte, dass er seinen Glauben bewusst und ohne Zurückhaltung lebt. „Ich rede darüber sehr offen“, sagte er und stellte klar: „Ich stehe auch dazu.“ Für ihn gebe es keinen Grund, diese Haltung zu verbergen, da Menschen in seinem Umfeld dies ohnehin wüssten – „und das ist auch gut so“. Der ehemalige Profi des FC Bayern München bekräftigte zudem seine religiöse Überzeugung: „Ich glaube fest daran, dass es den lieben Gott gibt.“ Ebenso gehe er davon aus, dass das Leben nicht mit dem Tod ende, sondern eine „Bestimmung“ habe.
Der aus Kroatien stammende Kovač erklärte im Gespräch, wie er versuche, den Glauben zwischen Training, Spielen und Terminen auch zu leben. So versuche er sonntags, sofern es der Spiel- und Trainingsplan zulasse, die Messe zu besuchen – häufig auch in der kroatischen Gemeinde in Dortmund. Dabei betonte er den Zusammenhang zwischen Alltag und Spiritualität: Er sehe sich selbst als „Sünder“, nutze jedoch die Beichte als Möglichkeit zur Reflexion und inneren Reinigung.
Kovač über Fehler und Beichte: „Wir machen alle Fehler“
So fand Kovač klare Worte zur Beichte und zur Buße: „Wir machen alle Fehler“, sagte er und machte deutlich, dass dies für ihn ein grundlegender Teil des menschlichen Zusammenlebens sei. Der in Berlin aufgewachsene Sohn von Einwanderern aus dem ehemaligen Jugoslawien schilderte dabei auch Alltagssituationen, in denen man aus seiner Sicht nicht immer optimal handle. „Ja, also ich kann mal dich jetzt anpflaumen und […] – klar, vielleicht ist es keine Sünde, in dem Fall, aber eigentlich schon“, so Kovač. Entscheidend sei für ihn, anderen Menschen grundsätzlich „mit Liebe, Höflichkeit, Freundlichkeit und Zuvorkommenheit“ zu begegnen.
Fehler seien dennoch unvermeidbar, betonte der Trainer weiter: „Wir haben viele Möglichkeiten, uns als Mensch zu zeigen, aber wir machen immer mal wieder auch den einen oder anderen Fehler. Den machen wir alle.“ Während nicht jeder offen damit umgehe, sehe er für sich einen klaren Weg im Umgang damit: „Und ich habe die Möglichkeit, weil ich es nutze, immer wieder auch zur Beichte zu gehen und meine Beichte abzulegen.“
Bekreuzigen vor dem Essen: Dankbarkeit statt Selbstverständlichkeit
Mit Bezug auf das Bekreuzigen vor dem Essen betonte der kroatische Nationalspieler, dass für ihn Dankbarkeit im Mittelpunkt stehe. „Ich habe das Glück – oder wir haben das Glück –, dass uns letzten Endes all das zur Verfügung steht, was wir auch essen“, erklärte Kovač. Ihm sei bewusst, dass dies keineswegs selbstverständlich sei: „Es gibt andere Menschen auf dieser Welt, die haben so etwas auch nicht.“ Deshalb gehöre es für ihn zur Normalität, sich vor dem Essen zu bekreuzigen und im Familienkreis gemeinsam zu beten.
Das Ritual verstehe er als Ausdruck von Dankbarkeit. Man bedanke sich „für die Gaben, die uns der liebe Gott dann auch irgendwo zur Verfügung gestellt hat“, sagte Kovač. Zugleich mahnte er zu mehr Wertschätzung im Alltag: „Man kann nicht immer nur sagen: Ich hätte gerne lieber. Sondern man muss auch mal sagen: Danke, uns geht es wirklich gut.“ Auch in schwierigen Phasen gebe ihm sein Glaube Halt. So sei er überzeugt, dass er im Leben nur das tragen müsse, „was ich letzten Endes schultern kann“. Wenn es dennoch einmal zu viel werde, vertraue er darauf, dass er nicht allein sei: „Und wenn es ein bisschen mehr wird, dann weiß ich, er ist trotzdem da. Und das hilft mir.“
