Bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz betonte Papst Leo XIV. vor rund 30.000 Gläubigen, die Kirche verkünde „nicht sich selbst“, sondern müsse in Wort und Tat auf das Heil in Christus verweisen. In seiner Katechese zur Konzilskonstitution Lumen Gentium unterstrich Leo XIV. zudem die Notwendigkeit ständiger Umkehr, struktureller Reformen und einer klaren Stimme zugunsten der Armen, Leidenden und Opfer von Krieg und Gewalt.
Kirche soll klar gegen Unrecht sprechen
Papst Leo XIV. hat bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz die Kirche als „Hüterin einer Hoffnung, die den Weg erhellt“ beschrieben und ihr eine klare prophetische Aufgabe zugeschrieben. Vor rund 30.000 Menschen betonte er unter Berufung auf das Kompendium der Soziallehre der Kirche, die Kirche sei dazu berufen, „klare Worte zu sprechen“, alles zurückzuweisen, was das Leben beschädige, und sich entschieden an die Seite der Armen, Ausgebeuteten und Leidenden zu stellen.
Im Zentrum seiner Katechese stand die Konstitution Lumen Gentium. Darin, so der Papst, werde die Kirche als „universales Heilssakrament“ verstanden – als „Zeichen und Werkzeug der Fülle der Verheißungen Gottes“. Sie sei kein Selbstzweck: „Die Kirche verkündet also nicht sich selbst; im Gegenteil, in ihr muss alles auf das Heil in Christus verweisen“, sagte Leo XIV. in seiner italienischen Ansprache. Dabei lenkte er den Blick auch auf die eschatologische Dimension des Glaubens, also auf Tod, Auferstehung und Vollendung der Geschichte. Das verkündete Reich Gottes sei eines „der Liebe, der Gerechtigkeit und des Friedens“ (vgl. LG 5). Vor diesem „endgültigen Horizont“ seien alle eingeladen, die Welt und ihr eigenes Handeln neu zu beurteilen.
Zugleich erinnerte der Papst daran, dass die Kirche als „pilgerndes Volk Gottes“ die Geschichte im Licht des Evangeliums deute und „entschieden ihre Stimme gegen alles Böse erhebt“.
Kirche muss auf das Heil in Christus verweisen
Weiter rief der Pontifex zu einer Haltung der ständigen Erneuerung und Demut auf. Bei seiner Katechese bei strahlendem Sonnenschein erinnerte er daran, dass die Kirche in Gemeinschaft mit Christus und untereinander leben und im gemeinsamen Lobpreis Gottes ihre Mitte finden müsse. Die Kirche verkünde dabei nicht sich selbst, sondern das Heil, das Christus für die gesamte Menschheit wirke, so der Papst: „Die Kirche verkündet also nicht sich selbst; im Gegenteil, in ihr muss alles auf das Heil in Christus verweisen.“ Ihre Aufgabe sei es, „das Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens“ in Wort und Tat sichtbar zu machen.
In Anlehnung an das Konzil sprach er von der Notwendigkeit, „demütig die menschliche Schwäche und Vergänglichkeit ihrer Institutionen anzuerkennen“. Auch wenn diese im Dienst Gottes stünden, trügen sie doch „das vergängliche Antlitz dieser Welt“. Daraus folge ein dauerhafter Reformauftrag: „Keine kirchliche Institution darf verabsolutiert werden“, mahnte der Papst. Vielmehr seien alle kirchlichen Strukturen „zu einer ständigen Umkehr, zur Erneuerung der Formen und zur Reform der Strukturen“ gerufen, damit sie ihrer Sendung in der Geschichte gerecht werden können. Auch die Gläubigen rief er zur inneren Erneuerung auf. Als Glieder desselben Leibes seien sie zur ständigen Umkehr eingeladen, um gemeinsam den Auftrag der Kirche glaubwürdig zu leben – in Gemeinschaft mit Christus und untereinander, getragen vom gemeinsamen Lobpreis Gottes in der Liturgie.
