StartFamilieBDKJ baut Beratungen für Wehrdienst-Betroffene aus: Eine Frage zwischen Pflicht und Gewissen

BDKJ baut Beratungen für Wehrdienst-Betroffene aus: Eine Frage zwischen Pflicht und Gewissen

Die Debatte um Wehrpflicht und militärischen Dienst nimmt angesichts der globalen Konflikte wieder Fahrt auf – und mit ihr die Fragen junger Menschen nach Verantwortung, Gewissen und Zukunft. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) reagiert darauf mit einem neuen Beratungsangebot, das Orientierung in einer Frage geben soll, die das Gewissen betrifft.

Beratung für Wehrdienst-Betroffene: Freiwilligkeit im Fokus

Noch ist die Wehrpflicht in Deutschland ausgesetzt, doch erste Schritte in Richtung einer möglichen Rückkehr werden vorbereitet. Ab diesem Jahr sollen 18-Jährige erfasst werden und Post vom Verteidigungsministerium erhalten. Darin enthalten ist ein Fragebogen, in dem sie auf einer Skala von 1 bis 10 ihre Bereitschaft zum Wehrdienst, ihre körperliche Verfassung und persönliche Einstellungen angeben sollen. Während junge Männer verpflichtet sind, den Fragebogen auszufüllen, ist die Teilnahme für Frauen freiwillig.

Für den Bund der Deutschen Katholischen Jugend gewinnt das Thema damit deutlich an Bedeutung. Wie Stefan Dengel, Referent für Soldaten beim BDKJ, erklärt, verschiebt sich die Arbeit derzeit stärker ins politische Feld. Hintergrund ist auch, dass verschiedene Dienste – vom Freiwilligen Sozialen Jahr über das Freiwillige Ökologische Jahr bis hin zum freiwilligen Wehrdienst – zunehmend in einem neuen Gesamtkonzept gedacht werden. Vor diesem Hintergrund bietet der Bund der katholischen Jugend ein eigenes Beratungsangebot an. Ziel sei es, jungen Menschen Raum zu geben und so viel „Freiwilligkeit wie möglich“ zu erhalten, so Dengel gegenüber dem Kölner Domradio.

Unbewaffneter Dialog besser als bewaffnetes Handeln

Nach Einschätzung Dengels stehen viele junge Menschen vor grundlegenden Fragen. Aufgewachsen in einer Zeit multipler Krisen – von der Corona-Pandemie bis hin zu aktuellen Kriegen – beschäftigt sie vor allem die eigene Zukunft. Gleichzeitig geht es um ethische Entscheidungen: ob und inwieweit der Einsatz von Waffen mit dem eigenen Gewissen vereinbar ist, auch im Kontext des Schutzes anderer.

Neben der individuellen Beratung fordert der BDKJ auch politische Klärungen. Insbesondere müsse das Verhältnis zwischen Wehrdienst und bestehenden Freiwilligendiensten neu geregelt werden. Gleichzeitig unterstreicht Dengel die Bedeutung einer gesellschaftlichen Friedensorientierung. Der Referent mahnte zudem, dass trotz der Kriege in der Welt in der Gesellschaft wachgehalten werden müsse, dass der unbewaffnete Weg der Kommunikation und des Friedens immer besser sei als bewaffnetes Handeln.

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