Beim österlichen Mittagsgebet nach einer Messe in Luanda (Angola) hat Papst Leo XIV. seine tiefe Besorgnis über die jüngste Verschärfung der russischen Angriffe in der Ukraine zum Ausdruck gebracht. Er beklagte das anhaltende Leid der Zivilbevölkerung, rief erneut zu einem Schweigen der Waffen auf und mahnte zu Dialog und Friedensverhandlungen. Gleichzeitig bezeichnete der Papst den angekündigten Waffenstillstand im Libanon als „Anlass zur Hoffnung“ und als Zeichen möglicher Entlastung für die gesamte Region. Vor mehr als 30.000 Gläubigen erinnerte er zudem an das Leid der Betroffenen weltweit und rief dazu auf, den „Schrei der Leidenden“ nicht zu übertönen, sondern im Gebet vor Gott zu bringen.
Sorge über Eskalation im Ukraine-Krieg: Friedensappell bei Regina Caeli
Nach der großen Messe auf der Freifläche von Kilamba in Luanda (Angola) rief Papst Leo XIV. die Gläubigen zum gemeinsamen Gebet auf und stellte dabei die Hoffnung der Auferstehung in den Mittelpunkt. „Lasst uns nun gemeinsam zu Maria Regina Coeli, der Königin des Himmels, beten“, sagte er vor mehr als 100.000 Anwesenden und bezeichnete Maria als „unsere Mutter und Wegbegleiterin“. Weiter betonte der Papst die Bedeutung, das Leid der Welt nicht auszublenden. Der „Schrei der Leidenden“ dürfe im Gebet weder „übertönt noch unterdrückt“ werden, sondern müsse bewusst mitgetragen werden, „damit auch im Schmerz das Licht des Glaubens lebendig bleibt und mit ihm die Hoffnung auf eine bessere Welt“.
Mit Blick auf die aktuelle Lage in der Ukraine äußerte sich Leo XIV. zudem tief besorgt über die Eskalation der Kämpfe. „Ich bedauere zutiefst die jüngste Verschärfung der Angriffe auf die Ukraine“, erklärte er und verwies auf die anhaltende Not der Zivilbevölkerung. Den Betroffenen versicherte er seine Nähe und rief das ukrainische Volk zu seinen Gebeten auf. Zugleich erneuerte er seinen Appell, „die Waffen schweigen zu lassen und den Weg des Dialogs zu beschreiten“. Auch die wirtschaftlichen Folgen des Krieges, insbesondere der Anstieg der Getreidepreise in betroffenen Regionen, wurden dabei indirekt in den Blick genommen.
Mit Blick auf den angekündigten Waffenstillstand im Libanon äußerte sich Papst Leo XIV. ebenfalls. Dieser sei, so der Papst, „Anlass zur Hoffnung“ und zugleich „ein Zeichen der Erleichterung für das libanesische Volk und für die Levante“. Zugleich richtete er einen deutlichen Appell an die internationale Gemeinschaft und die Konfliktparteien. Er ermutige alle, die sich für eine diplomatische Lösung einsetzen, die Friedensgespräche fortzuführen, „damit das Ende der Feindseligkeiten im gesamten Nahen Osten von Dauer sei“, sagte Leo XIV. vor den Gläubigen.
„Mamã Muxima“: Bedeutender Pilgerort mit bewegter Geschichte
Das Regina Coeli fand an einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte südlich der Sahara statt: „Mamã Muxima“. Der Name bedeutet in der im Norden Angolas verbreiteten Sprache Kimbundu „Mutter des Herzens“. Die im 17. Jahrhundert von den Portugiesen errichtete Wallfahrtskirche zählt zu den meistbesuchten christlichen Pilgerstätten der Region.
Ein Papst hatte den Ort bislang noch nie besucht, entsprechend groß war der Empfang für das Kirchenoberhaupt aus Rom, das von einer jubelnden Menschenmenge und Gesängen begrüßt wurde. Historisch war „Mamã Muxima“ über Jahrhunderte hinweg auch ein Ort der Ambivalenz: Fast 300 Jahre lang diente die Gegend als Sammelpunkt für versklavte Menschen, die von dort an die Atlantikküste und weiter in die Amerikas gebracht wurden. Heute hat sich der Ort zu einem Zentrum lebendiger Glaubenspraxis entwickelt. Jährlich zwischen August und September versammeln sich dort Tausende Pilgerinnen und Pilger zu nationalen Wallfahrten.
