StartWeltGlobale Aufrüstung erreicht Rekordwert – „Symptom geschwächter Weltordnung“

Globale Aufrüstung erreicht Rekordwert – „Symptom geschwächter Weltordnung“

Die weltweiten Militärausgaben haben 2025 erneut einen historischen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Stockholm International Peace Research Institute gaben Staaten insgesamt rund 2,887 Billionen US-Dollar (etwa 2,47 Billionen Euro) für Rüstung und Verteidigung aus – ein realer Anstieg um 2,9 Prozent und das elfte Jahr in Folge mit steigenden Ausgaben. Besonders deutlich fiel der Zuwachs in Europa aus, während die USA weiterhin mit großem Abstand an der Spitze der Rangliste stehen. Vor diesem Hintergrund warnten kirchliche Vertreter vor einer weiteren Eskalation der Aufrüstung: Der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz sprach von einem „Symptom der Schwächung der internationalen Ordnung“ und forderte mehr Investitionen in Diplomatie und Friedensarbeit.

Europa treibt Militärausgaben deutlich voran – Deutschland mit den höchsten Rüstungsausgaben in Europa

Die weltweiten Militärausgaben haben im Jahr 2025 erneut einen historischen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Stockholm International Peace Research Institute beliefen sich die globalen Ausgaben auf rund 2,887 Billionen US-Dollar – ein weiterer Anstieg im elften Jahr in Folge. Damit setzt sich der langfristige Trend steigender Rüstungsausgaben fort.

Der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz wertet diese Entwicklung als Warnsignal für die internationale Politik. „Die von SIPRI vorgelegten Zahlen sind ein Symptom der Schwächung der internationalen Ordnung sowie der Zunahme der Unsicherheit in den Beziehungen zwischen den Staaten“, sagte Bentz der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Zugleich leitet er die Deutsche Kommission Justitia et Pax.

Besonders die Vereinigten Staaten bleiben laut SIPRI mit großem Abstand führend bei den Verteidigungsausgaben. Sie investierten zuletzt umgerechnet rund 814 Milliarden Euro in ihr Militär. Zwar fiel der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr geringer aus, unter anderem wegen ausbleibender Unterstützungsleistungen für die Ukraine. Gleichzeitig wurde jedoch weiter in nukleare und konventionelle Fähigkeiten investiert.

Den deutlichsten Anstieg bei den Verteidigungsausgaben verzeichnete jedoch im Jahr 2025 Europa. Nach Angaben des Stockholm International Peace Research Institute erhöhten sich die Militärausgaben der europäischen Staaten insgesamt um 14 Prozent. Deutschland spielte dabei eine zentrale Rolle: Mit rund 97 Milliarden Euro rangierte die Bundesrepublik weltweit auf Platz vier hinter den USA, China und Russland. Damit überschritt Deutschland erstmals seit 1990 wieder die von der NATO angestrebte Zwei-Prozent-Marke bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt.

„Dynamik der Aufrüstung“: Ruf nach neuer Sicherheitspolitik

SIPRI-Experte Xiao Liang ordnet den erneuten Anstieg der Militärausgaben in einen größeren geopolitischen Kontext ein. „Die globalen Militärausgaben stiegen 2025 erneut an, da die Staaten auf ein weiteres Jahr voller Kriege, Unsicherheit und geopolitischer Umbrüche mit massiven Aufrüstungskampagnen reagierten“, erklärte er.

Auch der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz sieht in der Entwicklung eine Verschiebung internationaler Prioritäten. Die gegenwärtige Großmachtpolitik verstärke eine „Dynamik der Aufrüstung“ und führe dazu, dass Sicherheitsfragen zunehmend militärisch gedacht würden, so Bentz. Dadurch wachse die Gefahr, dass politische Lösungsansätze und diplomatische Instrumente an Bedeutung verlieren.

Weiter verweist der Paderborner Bischof darauf, dass sich Europa und Deutschland den aktuellen sicherheitspolitischen Entwicklungen nicht entziehen könnten. „Den davon ausgehenden Bedrohungsdynamiken können auch wir uns in Deutschland und Europa nicht einfach entziehen“, sagte Bentz. Vor diesem Hintergrund halte er es für notwendig, auf die veränderte Lage zu reagieren – „angemessen – leider auch militärisch“. Gleichzeitig betont der Erzbischof jedoch, dass militärische Antworten allein nicht ausreichten. Entscheidend sei vielmehr, politische Prozesse zu stärken, die langfristig auf Deeskalation abzielen. Es brauche einen Ansatz, „der Vertrauen und Sicherheit schafft, gegenseitige Bedrohung reduziert und dem Völkerrecht wieder die dringend erforderliche Anerkennung verschafft“, so Bentz.

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