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Papst Leo XIV.: Kirche soll in Zeiten von Krieg ein Zeichen des Friedens sein

Angesichts weltweiter Kriege und Konflikte hat Papst Leo XIV. die Kirche als „Aufruf und Zeichen des Friedens im Herzen der Menschheit“ bezeichnet. In seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz erklärte er, dass die Einheit der Kirche nicht auf Sprache, Kultur oder Herkunft beruhe, sondern allein auf dem Glauben an Christus. Damit sei sie ein Volk aus allen Nationen, das Hoffnung auf Einheit und Frieden in der Welt verkörpere.

Der Glaube als Fundament der Einheit des Gottesvolkes

In seiner Katechese setzte Papst Leo XIV. seine Betrachtung der Konzilskonstitution Lumen gentium fort und erläuterte in diesem Zusammenhang die Identität des Gottesvolkes. Ausgangspunkt seiner Botschaft war der Bund, den die Kinder Abrahams mit Gott geschlossen hätten, der sich im Handeln Gottes und im Glauben an ihn verwirklicht habe. Dieses Volk sei dazu berufen, für andere Völker ein „Licht“ zu sein, „wie ein Leuchtturm, der alle Völker, die ganze Menschheit, anzieht“, erklärte der Papst.

Zugleich erinnerte Leo XIV. daran, dass das Zweite Vatikanische Konzil diesen Bund als Vorbild für den neuen und endgültigen Bund in Christus verstanden habe. Entscheidend für die Einheit des Gottesvolkes seien nicht Sprache, Kultur oder ethnische Herkunft, sondern allein der Glaube. Die Kirche bestehe daher aus Menschen aller Nationen, die durch den Glauben an Christus, durch ihre Zugehörigkeit zu ihm und durch ein Leben in seiner Nachfolge verbunden seien. Beseelt vom „Geist des Auferstandenen“ bilde sie das Volk Gottes, das aus dem Leib Christi hervorgehe und zugleich selbst sein Leib sei. Die Kirche sei demnach nach dem Ausdruck des Konzils „die Versammlung derer, die zu Christus als dem Urheber des Heils und dem Ursprung der Einheit und des Friedens glaubend aufschauen“.

Kirche als Zeichen des Friedens und der Hoffnung

Vor diesem Hintergrund betonte Papst Leo XIV., dass in der Kirche letztlich nicht Aufgaben oder Funktionen im Mittelpunkt stünden, sondern die lebendige Verbindung zu Christus. Entscheidend sei, so der Pontifex, durch die Gnade Kinder Gottes zu sein. Dies sei der einzige „Ehrentitel“, den Christen anstreben sollten. Die Gläubigen seien in der Kirche, um immer wieder neues Leben vom Vater zu empfangen und als seine Kinder sowie als Brüder und Schwestern miteinander zu leben. Maßgeblich für das Miteinander sei dabei die Liebe. Zugleich unterstrich der Papst, dass die Kirche niemals in sich selbst verschlossen sein dürfe: Sie müsse offen für alle sein und allen Menschen dienen.

Dies bedeute, so Leo deutlich, dass in der Kirche Platz für alle sei und sein müsse. Jeder Christ sei dazu berufen, „das Evangelium zu verkünden und in jedem Umfeld, in dem er lebt und wirkt, Zeugnis zu geben“. Auf diese Weise werde auch die Katholizität der Kirche sichtbar, erklärte der Papst. Das Gottesvolk nehme die Vielfalt der Kulturen mit ihren jeweiligen Reichtümern und Möglichkeiten auf und bringe zugleich die Neuheit des Evangeliums in sie ein. Dadurch würden die Kulturen bereichert, geläutert und zu neuer Tiefe geführt.

Insbesondere in Anbetracht der gegenwärtigen Kriege und Konflikte sei die Kirche „ein großes Zeichen der Hoffnung“, betonte Leo. Sie sei ein Zeichen im Herzen der Menschheit, „ein Aufruf und eine Prophezeiung jener Einheit und jenes Friedens, zu denen Gott Vater alle seine Kinder aufruft“.

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