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Papst Leo XIV. ruft Priester auf: Raus aus der Komfortzone, hinein ins Leben

Mit einem eindringlichen Appell hat Papst Leo XIV. neu geweihte Priester dazu aufgerufen, sich den Menschen offen zuzuwenden und Brücken zur Kirche zu bauen. Bei einer Messe im Petersdom, in der er zehn Männer zu Priestern weihte, betonte er, Seelsorger müssten „die Tür offen halten“ und gerade auf jene zugehen, die sich entfremdet haben. Priester seien dazu berufen, als „Kanal, nicht Filter“ zu wirken – geprägt von Geduld, Nähe und einer Liebe, die über kirchliche Grenzen hinaus in die Gesellschaft hineinwirkt.

Priester sind berufen „ein Kanal, kein Filter“ zu sein

Papst Leo XIV. rief die Priester bei der Heiligen Messe am Sonntagmorgen, bei der er zehn Männer weihte, dazu auf, aktiv auf Menschen zuzugehen, die sich von der Kirche entfernt haben. Weiter betonte er, Seelsorger seien „für alle da“ und sollten bewusst auch jene ansprechen, die der Kirche fernstehen. Gerade in Zeiten wachsender Entfremdung müsse die Kirche offen bleiben: „Haltet die Tür offen! Lasst sie eintreten und seid bereit, hinauszugehen“, sagte der Papst.

Priester seien dazu berufen, „ein Kanal, kein Filter“ zu sein – also den Eintritt nicht zu erschweren, sondern Wege zu eröffnen. Viele hätten gemischte Erfahrungen mit der Kirche gemacht, erklärte Leo XIV.: Neben bleibender Sehnsucht gebe es auch Verletzungen, die noch nicht geheilt seien. Umso wichtiger sei es, mit Geduld und Zuwendung zu begegnen. Die angehenden Priester rief er deshalb dazu auf, „die Schwelle der Kirche freizuhalten“ und Orientierung zu geben – oft ohne viele Worte, sondern durch ihr Verhalten.

Papst Leo XIV. gab den Weihekandidaten darüber hinaus weitere Leitlinien für ihren künftigen Dienst mit. Das Priestertum sei vor allem „ein Dienst der Gemeinschaft“, betonte er, und untrennbar mit der Beziehung zu Christus verbunden. Je tiefer diese sei, „desto grundlegender ist eure Zugehörigkeit zur gemeinsamen Menschheit“. Zugleich unterstrich der Papst den besonderen Charakter der priesterlichen Berufung: Priester seien zu einer „besonderen“ Form der Liebe gerufen. Diese erschöpfe sich nicht im kirchlichen Dienst, sondern wirke darüber hinaus in die Gesellschaft hinein. Sie könne dazu beitragen, „nicht nur gute Priester, sondern auch ehrliche, hilfsbereite Bürger“ zu werden – und Menschen, die als Friedensstifter und Förderer sozialer Verbundenheit wirken.

Hinausgehen und die Menschen kennenlernen

Papst Leo XIV. ermutigte die angehenden Priester zudem, sich nicht von Unsicherheiten und Ängsten leiten zu lassen. „Die Realität darf uns keine Angst machen“, sagte er und verwies darauf, dass es „der Herr des Lebens“ sei, der sie in ihren Dienst rufe. Dieser solle den Frieden widerspiegeln, der auch in schwierigen und unsicheren Situationen Bestand habe.

Mit Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen warnte der Papst vor den Folgen eines übersteigerten Sicherheitsbedürfnisses. Dieses führe häufig dazu, dass „die Gemüter aggressiv werden“, sich Gemeinschaften abschotteten und nach „Feinden und Sündenböcken“ gesucht werde. Angst sei vielerorts spürbar – „um uns herum und vielleicht auch in uns selbst“. Dem stellte Leo XIV. eine andere Form von Sicherheit gegenüber: Sie dürfe nicht aus der eigenen Rolle erwachsen, sondern gründe im Glauben – „im Leben, Tod und in der Auferstehung Jesu“. In dieser gemeinsamen Heilsgeschichte mit den Gläubigen sollten Priester Halt finden und daraus Orientierung für ihren Dienst gewinnen.

Zum Abschluss rief Papst Leo XIV. die angehenden Priester dazu auf, sich am Selbstverständnis Jesu zu orientieren, der sich als „die Tür“ bezeichnet habe. Entsprechend dürften Seelsorger niemandem den Zugang versperren: „Verdeckt diese heilige Tür niemals“ und seid „kein Hindernis für diejenigen, die eintreten wollen“, mahnte er. Die Kirche müsse ein offener Ort bleiben, an dem Menschen „Schutz, Ruhe und Zuwendung“ finden können. Das Leben erschöpfe sich nicht „in der Pfarrei, im Verein, in der Bewegung, in der Gruppe“. Vielmehr ermutigte er die künftigen Priester, bewusst hinauszugehen, „die Kultur, die Menschen, das Leben“ zu entdecken und offen zu sein für das, was außerhalb gewohnter Strukturen wachse. Die Gläubigen, für die sie da seien – Familien, Jugendliche, Ältere und Kranke –, lebten in Lebenswelten, „die ihr kennenlernen müsst“.

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1 Kommentar

  1. Ich glaube das man sagen kann das wir in unserer Gesellschaft generell viel mehr aus unserer Komfortzone rauskommen sollten.
    Wir leben viel zu sehr in unserer kleinen Blase, dabei wartet im Leben soviel mehr auf uns.

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