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Weltjugendtag 2027 in Seoul setzt auf starke Vorbilder: Fünf Schutzheilige als Wegweiser für die Jugend

Für den Weltjugendtag 2027 in Seoul hat das Organisationskomitee bewusst auf eine vielfältige Auswahl an Schutzheiligen gesetzt: Mit Johannes Paul II., Andreas Kim Taegon, Franziska Xaveria Cabrini, Josefine Bakhita und Carlo Acutis stehen Persönlichkeiten im Mittelpunkt, die unterschiedliche Kontinente, Generationen und Lebensgeschichten repräsentieren. Sie sollen jungen Menschen weltweit als Orientierung dienen und sie ermutigen, ihren Glauben in einer komplexen Gegenwart mutig zu leben.

Jugend wählt Schutzheilige für Weltjugendtag 2027

Das lokale Organisationskomitee des Weltjugendtags in Seoul hat die offiziellen Schutzheiligen für das internationale Jugendtreffen 2027 bekannt gegeben. Die Veranstaltung findet Anfang August in der südkoreanischen Hauptstadt statt und wurde von einem breit angelegten Auswahlverfahren begleitet, das bewusst die Perspektiven junger Menschen einbezog. Bereits Ende 2024 begann der Prozess mit einer landesweiten Befragung unter Jugendlichen, in der Jugendpastoral Engagierten sowie Ausbildern. Auf dieser Grundlage sichtete das Organisationskomitee die vorgeschlagenen Kandidaten und traf schließlich die endgültige Entscheidung.

Parallel dazu setzte sich eine Gruppe junger Freiwilliger intensiv mit den ausgewählten Heiligen auseinander. Über einen Zeitraum von zwei Monaten beschäftigten sie sich mit deren Lebenswegen und Spiritualität. In einem Prozess aus Gebet, Austausch und gemeinsamer Reflexion entwickelten sie jeweils eigene Gebete und symbolische Darstellungen. Ziel war es, das besondere Glaubenszeugnis der einzelnen Heiligen für die heutige junge Generation sichtbar und erfahrbar zu machen.

Das sind die Schutzheiligen:

Heiliger Johannes Paul II. (1920–2005)

Johannes Paul II. war der Begründer der Weltjugendtage und prägte die Kirche des 20. Jahrhunderts maßgeblich. Geboren in Polen, erlebte er früh familiäre Verluste sowie die Schrecken des Zweiter Weltkrieg und der nationalsozialistischen Besatzung. Seine Berufung zum Priestertum reifte unter schwierigen Bedingungen in einem Untergrundseminar; 1946 wurde er zum Priester geweiht. Als Erzbischof von Krakau nahm er am Zweites Vatikanisches Konzil teil und setzte sich für Erneuerung und Dialog ein. 1978 zum Papst gewählt, bereiste er 129 Länder und gründete 1984 den Weltjugendtag, um junge Menschen im Glauben zu vereinen. Nach dem Attentat auf ihn im Jahr 1981 beeindruckte er durch die Vergebung seines Angreifers – ein starkes Zeichen christlicher Barmherzigkeit. Johannes Paul II. starb 2005 und wurde 2014 heiliggesprochen.

Heiliger Andreas Kim Taegon (1821–1846)

Andreas Kim Taegon gilt als erster katholischer Priester Koreas und als Schlüsselfigur für die Anfänge der Kirche im Land. Bereits mit 15 Jahren trat er ins Seminar ein und setzte seine Ausbildung in Macau fort, bevor er 1845 in Shanghai zum Priester geweiht wurde. Nach seiner Rückkehr nach Korea engagierte er sich trotz massiver Christenverfolgung dafür, sichere Wege für Missionare zu organisieren. Schon ein Jahr nach seiner Priesterweihe wurde er verhaftet und 1846 in Saenamteo hingerichtet. Sein mutiges Glaubenszeugnis machte ihn zu einem der bedeutendsten Märtyrer Koreas. 1984 wurde er in Seoul von Johannes Paul II. heiliggesprochen.

Heilige Franziska Xaveria Cabrini (1850–1917)

Franziska Xaveria Cabrini war eine Pionierin der Migrantenseelsorge und wird bis heute als Patronin der Aus- und Einwanderer verehrt. Geboren in Italien, musste sie aufgrund ihrer angeschlagenen Gesundheit zunächst mehrere Absagen von Ordensgemeinschaften hinnehmen. Dennoch verfolgte sie unbeirrt ihre Berufung und gründete 1880 die Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu.

Auf Wunsch von Leo XIII. ging sie nicht nach China, sondern in die USA, wo sie sich insbesondere um italienische Einwanderer in New York City kümmerte. Trotz großer körperlicher Belastungen überquerte sie mehr als 30-mal den Atlantik und baute ein weitreichendes Netzwerk sozialer Einrichtungen auf, darunter Schulen, Waisenhäuser und Krankenhäuser. Insgesamt gründete sie 67 Institutionen in Nord- und Südamerika sowie in Europa.

Heilige Josefine Bakhita (ca. 1869–1947)

Josefine Bakhita steht wie kaum eine andere Heilige für einen Glauben, der selbst tiefstes Leid verwandeln kann. Geboren im heutigen Sudan, wurde sie als Kind verschleppt und in die Sklaverei verkauft. Jahre der Gewalt und Entwurzelung prägten ihr frühes Leben. Sie erhielt den Namen „Bakhita“, was etwa „die Glückliche“ oder „die Gesegnete“ bedeutet. Erst nach ihrer Ankunft in Italien änderte sich ihr Schicksal grundlegend: Im christlichen Glauben fand sie zu innerer Freiheit und neuer Würde. 1890 ließ sie sich taufen, trat wenig später in eine Ordensgemeinschaft ein und führte fortan ein schlichtes Leben im Dienst an anderen. Mit ihrem gelebten Zeugnis von Vergebung wurde sie zu einer glaubwürdigen Botschafterin der Hoffnung. Bakhita starb 1947 und wurde im Jahr 2000 heiliggesprochen. Ihr Gedenktag am 8. Februar ist heute weltweit auch dem Gebet und der Sensibilisierung gegen Menschenhandel gewidmet.

Heiliger Carlo Acutis (1991–2006)

Carlo Acutis gilt als Symbol eines gelebten Glaubens im digitalen Zeitalter und wird oft als „Influencer Gottes“ bezeichnet. In London geboren und in Italien aufgewachsen, entdeckte er früh seine tiefe Spiritualität. Bereits als Kind stellte er die tägliche Messe und die eucharistische Anbetung in den Mittelpunkt seines Lebens und sagte: „Die Eucharistie ist mein Weg in den Himmel.“ Seine Begeisterung für Technik verband er mit seinem Glauben: Mit großem Talent entwickelte er eine Website, auf der er eucharistische Wunder aus aller Welt dokumentierte. Gleichzeitig engagierte er sich, inspiriert von Franz von Assisi, für arme und bedürftige Menschen. Acutis starb 2006 im Alter von nur 15 Jahren an Leukämie. In seinem Leben hinterließ er ein starkes Zeugnis für eine glaubwürdige und zeitgemäße Weitergabe des Glaubens. Er wurde 2025 heiliggesprochen; sein Gedenktag ist der 12. Oktober.

Vorbilder aus aller Welt und für jede Generation

Die Auswahl der Schutzheiligen für den Weltjugendtag 2027 spiegelt bewusst die Vielfalt der Weltkirche wider. Der Erzbischof von Seoul, Peter Soon-taick Chung, betonte, die fünf Heiligen stünden für unterschiedliche Kontinente, Generationen und Lebensrealitäten. „Ich hoffe, dass junge Menschen in diesen Heiligen Vorbilder für ihr eigenes Leben finden“, erklärte er. Zugleich wünsche er sich, dass die Vorbereitung auf das internationale Jugendtreffen zu einer „tiefen spirituellen Verbindung“ mit diesen Glaubenszeugen führe.

Auch Kevin Farrell, Präfekt des Dikasteriums für die Laien, die Familie und das Leben, unterstrich die Bedeutung der Auswahl. Die Schutzheiligen spielten „eine grundlegende Rolle bei der Vorbereitung jedes Weltjugendtags“. Ihr Leben lade dazu ein, über den eigenen Glaubensweg nachzudenken und „großzügig und mutig“ auf den Ruf Gottes zu antworten. Ihr Zeugnis könne insbesondere junge Menschen in schwierigen Lebenssituationen oder unter Verfolgung stärken, so Farrell.

Zum 41. Weltjugendtag werden vom 29. Juli bis 8. August 2027 rund eine Million junge Menschen in der südkoreanischen Hauptstadt erwartet. Das Motto des Treffens – „Habt Mut! Ich habe die Welt überwunden“ – greift ein Wort aus dem Johannesevangelium auf und versteht sich als Ermutigung für eine Generation, die vor vielfältigen Herausforderungen steht. Um die Auseinandersetzung mit den Schutzheiligen zu vertiefen, setzt das Organisationskomitee verstärkt auf digitale Formate. Über die offizielle Website und soziale Medien werden zusätzliche Inhalte, spirituelle Impulse und interaktive Angebote bereitgestellt. Ziel ist es, jungen Menschen weltweit einen persönlichen Zugang zu den Lebenszeugnissen der Heiligen zu ermöglichen.

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