StartVaticanPapst Leo XIV. warnt vor „Dieben“ des Herzens und erinnert an Tschernobyl-Katastrophe

Papst Leo XIV. warnt vor „Dieben“ des Herzens und erinnert an Tschernobyl-Katastrophe

Beim österlichen Mittagsgebet „Regina Coeli“ hat Papst Leo XIV. die Gläubigen eindringlich dazu aufgerufen, ihr Inneres vor zerstörerischen Einflüssen zu schützen. In Anlehnung an das Bild Jesu als guten Hirten warnte er vor „Dieben“, die Freiheit, Würde und Zukunft rauben – sei es durch Ausbeutung, Krieg oder moralische Gleichgültigkeit. Im Anschluss erinnerte der Papst an die Tschernobyl-Katastrophe, die sich zum vierzigsten Mal jährte, und appellierte an Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit moderner Technologie.

Warnung vor „Dieben“, die Freiheit und Menschenwürde bedrohen

In seiner Botschaft stellte Papst Leo XIV. das Bild Jesu als guten Hirten in den Mittelpunkt. Jesus kenne und liebe seine Schafe (vgl. Johannesevangelium Kapitel 10), sagte der Papst, und wer sich ihm anvertraue, habe „nichts zu befürchten“. Zugleich warnte er vor „Dieben“, die sich aus unlauteren Motiven den Menschen näherten und deren Freiheit sowie Würde bedrohten. Diese „Diebe“, so Leo, hätten „viele Gesichter“: Es seien jene, „die ungeachtet des äußeren Anscheins unsere Freiheit ersticken oder unsere Würde nicht achten“. Auch globale Entwicklungen blendete er nicht aus. Wer Ressourcen der Erde plündere, Kriege führe oder „das Böse in jeglicher Form“ nähre, raube der Menschheit letztlich „die Möglichkeit einer Zukunft in Frieden und Unbeschwertheit“.

Der Papst knüpfte damit an zentrale Botschaften seiner jüngsten Afrikareise an, bei der er unter anderem in Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea vor Ausbeutung, Kriegstreiberei und der Missachtung von Menschenrechten gewarnt hatte. Dem stellte er ein positives Gegenbild gegenüber: „Jesus kommt nicht wie ein Dieb“, betonte Leo, sondern führe die Menschen „auf die rechten Wege“. Er wolle weder das Gewissen vereinnahmen noch täuschen, sondern es „mit dem Licht seiner Weisheit“ erleuchten und die irdischen Freuden „für ein erfüllteres und dauerhaftes Glück“ öffnen.

In Anlehnung an den Stil seines verstorbenen Vorgängers Papst Franziskus hat Papst Leo XIV. die Gläubigen zu einer persönlichen Gewissenserforschung aufgerufen. Man solle sich bewusst fragen, „von wem wir uns in unserem Leben leiten lassen“, sagte er und regte zugleich zur kritischen Selbstprüfung an. Dabei griff der Papst erneut das Bild der „Diebe“ auf, die das eigene Leben beeinflussen könnten. Es gelte zu erkennen, „welches sind die ‚Diebe‘, die versucht haben, in unsere Umfriedung einzudringen“, und ehrlich zu prüfen, „ob es ihnen gelungen ist“ oder ob man ihnen habe widerstehen können. Mit diesen Fragen wollte Leo die Gläubigen dazu anregen, das eigene Handeln und die innere Orientierung neu zu überdenken.

Gedenken an Tschernobyl-Katastrophe

Beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz erinnerte Papst Leo XIV. an den 40. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe und würdigte deren nachhaltige Wirkung auf das globale Bewusstsein. Das Unglück sei bis heute eine eindringliche Mahnung für die Risiken immer leistungsfähigerer Technologien, sagte er.

Zugleich rief der Papst dazu auf, die Opfer und alle weiterhin Betroffenen „der Barmherzigkeit Gottes anzuvertrauen“. Mit Blick auf die Zukunft forderte er mehr Verantwortungsbewusstsein auf allen Entscheidungsebenen: Der Einsatz von Atomenergie müsse stets „im Dienste des Lebens und des Friedens“ stehen.

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