Beim Mittagsgebet am Ostermontag hat Papst Leo XIV. die Auferstehung Christi als Fundament christlicher Hoffnung hervorgehoben und zugleich vor der Verfälschung von Wahrheit durch „Fake News“ gewarnt. Vor Tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz erinnerte er zudem an seinen verstorbenen Vorgänger Papst Franziskus und rief dazu auf, die Osterbotschaft besonders zu den Leidenden und Unterdrückten zu tragen.
Zwischen Wahrheit und Hoffnung: Osterbotschaft als Auftrag für heute
Tausende Gläubige versammelten sich am Ostermontag zum Mittagsgebet auf dem Petersplatz, der noch immer vom farbenprächtigen Blumenschmuck aus den Niederlanden geprägt war – ein sichtbares Zeichen für Leben und Auferstehung. Dabei stand das Evangelium und die Deutung des leeren Grabes im Zentrum der Ansprache von Papst Leo XIV.: „Für ein und dieselbe Tatsache … gibt es zwei Auslegungen“, sagte er. Während die Frauen die Begegnung mit dem Auferstandenen bezeugten, hätten die Wächter eine gegensätzliche Version verbreitet – eine führe „zum Leben“, die andere „zum Tod“.
Der Papst schlug damit den Bogen in die Gegenwart und stellte die Frage nach Wahrheit und Kommunikation. „Oft wird die Wahrheit nämlich von Fake News verdeckt“, sagte er und sprach von „Lügen, Andeutungen und grundlosen Verdächtigungen“. Zugleich betonte Leo XIV., dass die Wahrheit sich letztlich durchsetzt: Sie komme „lebendig und strahlend“ auf die Menschen zu und vermöge es, „die tiefste Finsternis“ zu erhellen. Papst Leo XIV. griff in seiner Ansprache den Sendungsauftrag Jesu auf und zitierte das Evangelium: „Fürchtet euch nicht! Geht und verkündet meinen Brüdern …“.
Diese Worte gälten nicht nur den Frauen am leeren Grab, sondern „auch heute uns“, betonte er. Daraus leitete der Papst den zentralen Gehalt der Osterbotschaft ab: „Die Auferstehung des Herrn ist unsere Auferstehung, das Osterfest der Menschheit.“ Christus, der „Sohn Gottes“, habe sein Leben hingegeben und damit eine neue Perspektive eröffnet. Die Botschaft von Ostern befreie die Zukunft „aus dem Grab“ und eröffne Hoffnung über den Tod hinaus.
Gedenken an Papst Franziskus
Im weiteren Verlauf seiner Ansprache weitete Papst Leo XIV. den Blick auf die Leidenden und Ausgegrenzten weltweit. Die Osterbotschaft, so betonte er, dürfe nicht abstrakt bleiben, sondern müsse besonders jene erreichen, „die vom Bösen unterdrückt werden“. Konkret nannte er Menschen in Kriegsgebieten, verfolgte Christen sowie Kinder, denen der Zugang zu Bildung verwehrt ist.
Die Verkündigung der Auferstehung sei dabei mehr als ein religiöses Bekenntnis, unterstrich der Papst. „Die Auferstehung Christi in Wort und Tat zu verkünden bedeutet, der Hoffnung eine neue Stimme zu verleihen“, sagte er – einer Hoffnung, die sonst „durch die Hände der Gewalttätigen erstickt wird“. Zugleich zeigte er sich überzeugt von der Kraft dieser Botschaft: Wo die Frohbotschaft in der Welt verkündet werde, „vertreibt sie jeden Schatten, zu jeder Zeit“.
Zum Abschluss seiner Ansprache erinnerte Papst Leo XIV. unter dem Applaus der Gläubigen an seinen verstorbenen Vorgänger und würdigte dessen Lebenswerk. Er sprach vom „großen Zeugnis des Glaubens und der Liebe“, das das im Alter von 88 Jahren verstorbene Kirchenoberhaupt hinterlassen habe. „Im Licht des Auferstandenen denken wir heute mit besonderer Zuneigung an Papst Franziskus“, sagte Leo XIV. und fügte hinzu, dieser habe „am Ostermontag des vergangenen Jahres sein Leben in Gottes Hand zurückgegeben“. Zugleich rief er die Gläubigen zum Gebet auf – mit dem Ziel, „immer leuchtendere Verkünder der Wahrheit“ zu werden.
