Glauben

Die Aufgabe des neuen Papstes: Gespaltene Kirche vereinen

Papst Franziskus galt als Reformer der Kirche. Seine Aufgabe war es, die durch das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) aufgekommene Spaltung der Kirche zu überwinden. Bereits seine Vorgänger, Papst Johannes Paul

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Die Aufgabe des neuen Papstes: Gespaltene Kirche vereinen
(c) Bildnachweis: Beitragsbild @ GustavoLuzorio - pixabay user_id:11842500

Papst Franziskus galt als Reformer der Kirche. Seine Aufgabe war es, die durch das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) aufgekommene Spaltung der Kirche zu überwinden. Bereits seine Vorgänger, Papst Johannes Paul II. und Benedikt XVI., waren mit dieser Herausforderung konfrontiert. Doch im Gegensatz zu ihnen schlug Papst Franziskus einen anderen Weg ein. Häufig sprach er davon, einen Prozess anzustoßen – was er schließlich durch verschiedene Entscheidungen auch umsetzte. Doch damit vertiefte er die Gräben innerhalb der Kirche. Insbesondere brachte er Bischöfe aus Afrika, den USA oder auch Osteuropa gegen sich auf. Die Aufgabe des künftigen Papstes: Die gespaltene Kirche vereinen.

Gegensätze zur christlichen Glaubenslehre

Einige erkennen im Zweiten Vatikanischen Konzil die Schaffung einer Kirche, die mit der Zeit geht. Andere hingegen versuchen, die Texte der Bischofsversammlung strikt umzusetzen. Diesen Konflikt konnten weder Papst Johannes Paul II. noch Papst Benedikt XVI. überwinden. Papst Franziskus verstärkte ihn durch Entscheidungen, die teils als gegensätzlich zur christlichen Glaubenslehre wahrgenommen wurden. Er wagte den Spagat zwischen seinem Ziel, Prozesse anzustoßen, und dem Anspruch, die kirchliche Lehre zu respektieren. Doch immer wieder gipfelte der Reformprozess in widersprüchlichen Entscheidungen. So erlaubte er etwa wiederverheirateten Geschiedenen den Empfang der Kommunion.

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Im Jahr 2021 lehnte das Dikasterium für die Glaubenslehre die Segnung homosexueller Paare ab. Mit seinem Schreiben Fiducia supplicans gestattete Papst Franziskus jedoch eine solche – was insbesondere Bischöfe in Afrika gegen ihn aufbrachte. 2019 stieß Franziskus mit der Amazonas-Synode eine weitere Reform an, indem er verheirateten Männern die Möglichkeit eröffnen wollte, als Priester zu wirken. Doch im entscheidenden Moment wurde der Vorschlag von konservativen Stimmen ausgebremst, sodass der Pontifex zurückrudern musste. Bei der Bischofssynode 2021–2024 behielt Franziskus die Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils bei. So gilt weiterhin der Wesensunterschied zwischen dem durch die Taufe erlangten Priestertum aller Gläubigen und dem sakramentalen Priestertum. Dennoch gestattete er erstmals auch Laien die Teilnahme an der Bischofssynode – mit gleichberechtigtem Stimmrecht. Auch hier entstand also eine gegenläufige Praxis.

Ähnlich verhält es sich mit der Frauenfrage, die kontrovers diskutiert wird. Papst Johannes Paul II. erklärte das Verbot der Priesterweihe für Frauen als definitiv bindend – und auch Papst Franziskus hielt daran fest. Dennoch setzte er mit der Ernennung einer Frau zur Präfektin eines römischen Dikasteriums ein Zeichen, das dieser Lehre zu widersprechen scheint. Denn laut dem Zweiten Vatikanischen Konzil ist die kirchliche Leitungsvollmacht – wie sie etwa ein Kurienpräfekt ausübt – geweihten Priestern und Bischöfen vorbehalten.

Im Mittelpunkt: Gespaltene Kirche vereinen

Die Aufgabe des künftigen Papstes ist eine enorme Herausforderung. Er muss die Spaltung der Kirche überwinden und Brücken bauen. Denn die Kirche gründet sich nicht nur in ihrer Struktur, sondern vor allem in der christlichen Glaubenslehre. Auch wenn sich diese durch ein tieferes Verständnis weiterentwickeln kann, darf ihre Substanz nicht verändert werden.

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