StartWeltKardinal von Myanmar warnt: Die Menschen brauchen alles, auch Frieden

Kardinal von Myanmar warnt: Die Menschen brauchen alles, auch Frieden

Das schwere Erdbeben vom 28. März, das Myanmar, Thailand, Vietnam und China erschütterte, stellt das vom Bürgerkrieg geplagte Myanmar vor weitere Herausforderungen. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Myanmar, Kardinal Charles Bo, erklärte in einer Botschaft, dass die Bevölkerung jetzt alles brauche. Darin inbegriffen sei auch der Frieden, um den Bürgerkrieg zu beenden. Weiter zeigte sich der Kardinal von Myanmar dankbar für die Nachricht des Papstes, der trotz seiner Krankheit in einem Telegramm seine Nähe zum Ausdruck brachte.

Kardinal von Myanmar mit einem Aufruf zu Frieden

Nach den verheerenden Erdstößen in Myanmar mit der Stärke 7,7 stieg die Zahl der Toten bisher auf 2000. Tausende weitere Menschen sind verletzt, und Hunderte werden noch immer unter den Trümmern vermisst. Gegenüber Vatican News erklärte Kardinal Bo, was die Bevölkerung jetzt benötige: „Die Menschen brauchen Nahrung, Unterkünfte, Medikamente und alle lebensrettenden Materialien“, sagte er. Zudem sei vielerorts die Strom- und Internetversorgung zusammengebrochen, ebenso das Gesundheitssystem. Doch was das Volk noch mehr benötige, sei „nicht die aufwühlende Angst, die durch die multidimensionale Krise ausgelöst wurde“, sondern Frieden. Der Kardinal von Myanmar selbst wurde Augenzeuge der Kraft des Erdbebens, als er mit seinem Auto unterwegs war. „Wir sahen riesige Krater auf der Straße“, berichtete er von dem beängstigenden Moment.

Er habe „ergreifende Szenen von Männern und Frauen“ gesehen, die verzweifelt durch die Straßen liefen und Sicherheit suchten. Für alle Betroffenen habe er um dringende humanitäre Unterstützung und ungehinderten Zugang zu den betroffenen Regionen gebeten, so Bo weiter. In der Zeit des Chaos blickte er auf die angespannte Situation im Land. „Ich habe einen eindringlichen Appell an alle Gruppen gerichtet, die sich im Bürgerkrieg des Landes feindselig gegenüberstehen“, so der Kardinal, dessen Hauptsorge der Verteilung von Hilfsgütern gilt. Diese könnte aufgrund der Gewalt und durch bewaffnete Gruppen behindert werden.

Botschaft des Papstes: „Balsam des Trostes“

Als Reaktion auf das Erdbeben rief Bo zu einer dringenden Versammlung auf und erstellte ein Reaktionsprotokoll namens MERCI (Myanmar Earthquake Response Church Initiative). Damit formuliert er einen Nothilfeaufruf, um entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Zudem betonte er die Notwendigkeit eines größeren Treffens, bei dem Mitarbeiter der Kirche und der Caritas aus allen betroffenen Regionen zusammenkommen sollten. Wenn die Natur angreife, vergesse der Mensch all seine Unterschiede, betonte Bo. „Menschliche Tränen vereinen uns. Wir überleben als Spezies, weil wir von den Tränen anderer bewegt werden können“, erklärte er. Da sei es auch egal, ob in Thailand oder Myanmar, denn es seien „Tränen der Gemeinschaft“.

Mit einer Botschaft an seine Landsleute sagte er, dass er ihren Schmerz teile. „Die Welt fühlt ihren Schmerz, und wir werden in diesem Moment der Trauer Schulter an Schulter mit allen Menschen stehen.“ Sie werden helfen, „ihre Wunden zu heilen und sich zu erholen“, so Bo. Dabei erinnerte er an vergangene Naturkatastrophen wie den Tsunami oder den Zyklon Nargis. „Wir werden überwinden, denn Mitgefühl ist die gemeinsame Religion in Zeiten von Naturkatastrophen.“

Dankbar zeigte sich der Kardinal für die Worte von Papst Franziskus, die „ein beruhigender Balsam des Trostes“ seien. Er bedankte sich beim Pontifex, dass er „trotz seiner kürzlichen Krankheit“ mit einem Telegramm seine Nähe zu ihnen zum Ausdruck gebracht habe, so wie er es schon während der schweren vier vergangenen Jahre getan habe.

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